Wie viel Worldbuilding brauchst du wirklich? Ein praktischer Leitfaden
Spoiler: nicht besonders viel. Du kannst vieles spontan erfinden, und das ist die halbe Freude daran.
By The Kanka Team ·
Das Problem, mit dem jeder neue DM konfrontiert wird
Also, dich hat das D&D-Fieber gepackt. Vielleicht warst du schon eine Weile Spieler, oder du hast Critical Role bis um 3 Uhr morgens gebingt. Jetzt denkst du: «Vielleicht probiere ich mal, den DM zu machen.» Und dann trifft es dich:
Muss ich ein ganzes Pantheon an Göttern erfinden? Eine 10'000 Jahre lange Zeitleiste historischer Ereignisse? Karten zeichnen? Ich kann kaum meine eigene Unterschrift zeichnen! Was ist mit Lore, die erklärt, warum meine Welt Elfen hat? Wie viele NSCs reichen aus? Muss ich meinen eigenen Kalender und Jahreszeiten erstellen?
Plötzlich verwandelt sich deine Begeisterung in hektisches Vorbereiten. Und du bist nicht allein damit – das passiert uns allen, wenn wir in dieses wunderbare und kreative Hobby eintauchen. Das Internet ist voll von unglaublich detaillierten Homebrew-Welten mit reichen Geschichten, komplexen politischen Systemen und tausendjährigen Mythologien. Es ist leicht, diese grossartigen Kunstwerke anzuschauen und zu denken, dass du dasselbe tun musst, bevor du deinen ersten D20 wirfst.
Aber das offene Geheimnis ist, dass du das absolut nicht musst.
Realitätscheck: D&D ist darauf ausgelegt, klein anzufangen
Das ist die gute Nachricht: D&D soll klein beginnen. Du schreibst keinen Roman. Du launchst kein Videospiel. Du erzählst mit Freunden eine Geschichte, Schritt für Schritt. Deine Spieler müssen nicht über den Drachen auf der anderen Seite des Kontinents Bescheid wissen. Sie müssen wissen, warum die Stadtwache gerade in panischer Hast in die Taverne gestürmt ist. Sie müssen schon gar nicht wissen, dass deine Welt auf einer 8-Tage-Woche basiert, aber mit einem extra halben Tag alle zwei Mondzyklen.
Was du wirklich brauchst
Was brauchst du wirklich, um deine erste Session zu starten? Nicht viel:
- Ein Ort (Taverne, Dorf, Gefängniszelle, eine Beerdigung – lass deiner Fantasie freien Lauf oder lass dich von Geschichten inspirieren, die du liebst)
- Ein einfacher Aufhänger (etwas oder jemand ist verschwunden, irgendetwas stimmt nicht)
- Einige benannte NSCs mit groben Persönlichkeiten (können weniger als drei sein)
- Eine Stimmung/Atmosphäre (ernst und düster? Albern und chaotisch?)
Und das reicht.
Den Rest? Den erfindest du spontan – oder wenn deine Spieler unweigerlich nach etwas fragen, das du nicht geplant hattest. Kann das sofort passieren, wenn ihr anfangt zu spielen? Absolut. Aber was ich dir hier klarmachen möchte: Das ist im Grunde die Schönheit des kollaborativen Geschichtenerzählens. Du bist nicht der einzige Worldbuilder an diesem Tisch – ihr alle seid es. Jede Frage und jede Aktion deiner Spieler wird die Welt formen, die ihr alle gemeinsam aufbaut.
Der Sweet Spot
Lass uns aufschlüsseln, was für deine ersten Sessions wirklich wichtig ist, und was warten kann, bis deine Kampagne ihren Rhythmus gefunden hat:
Das Wesentliche für Session 1:
- Wo alles beginnt: Taverne, Stadt, Turm, Kanalisation unter einem Tresor, wo auch immer
- Das unmittelbare Problem: was jetzt sofort gelöst werden muss
- Ein paar Gesichter: Wirt, Hauptmann der Wache, windiger Händler, Verwandter eines Spielers
- Die Atmosphäre: episch, düster, skurril, chaotisch, und mehr Adjektive
- Ein oder zwei «ooooh»-Orte: gruselige Höhle, alte Ruine, das gruselige Anwesen des Adligen, zu dem deine Spieler als Nächstes aufbrechen könnten
Dinge, über die du dir später Gedanken machen kannst:
- Pantheons
- Stammbäume der königlichen Familie
- Handelsrouten
- Ganze Weltkarten
- Eigene Kalender (bitte nicht)
Spielerfragen = 🤑GOLD
Das beste Worldbuilding? Es kommt nicht aus der Vorbereitung. Es kommt von Spielerfragen.
- «Gibt es hier eine Diebesgilde?» — Zack: Das Schattenhand-Kollektiv ist geboren.
- «Welche Götter verehren die Leute in dieser Stadt?» — Glückwunsch, du hast gerade einen Tempel der Morley-Schwestern erfunden.
Dieser Ansatz ist nicht faul, er ist clever. Du baust genau das, was deine Geschichte braucht, genau dann, wenn sie es braucht.
Starte deine Worldbuilding-Reise
Die besten D&D-Momente? Das sind nie die, die du geplant hattest. Es ist der Kobold, den deine Spieler adoptiert haben, anstatt ihn zu bekämpfen. Der NSC, den du spontan benannt hast und der zu einem Liebling der Gruppe wurde. Die Quest, die als Witz begann und irgendwie zur gesamten Kampagne wurde.
Du musst nicht Matt Mercer sein. Du musst einfach anfangen.
Fang klein an. Träume gross. Baue die Welt mit deinen Spielern, nicht alleine.
Und weisst du was – wenn deine Welt schneller oder grösser wächst als erwartet, ist Kanka für dich da.
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Ob du dir ein Fantasiereich ausmalst, ein galaxienumspannendes Science-Fiction-Imperium aufbaust oder nur mit einer Storyidee spielst – Worldbuilding ist einfacher und befriedigender als du vielleicht denkst. Das Beste daran? Du machst es wahrscheinlich schon.